3. Hallo Austria, hallo Australia!

Hallo, meine Lieben!

Bitte nicht böse sein, dass ich mich jetzt ein paar Tage nicht bei Euch gemeldet hab. Aber Ihr wisst ja, wir helfen den GeBos, wenn sie nicht weiter wissen. Daher bedeutet die Zeit kurz vor dem 6. Dezember immer besonders viel Stress. Denn der Nikolo bekommt keine Briefe und muss sich daher darauf verlassen, dass unsere Helfer und wir Eure Wünsche möglichst gut herausfinden und ihm weitersagen.

Ich hoffe, es ist uns gelungen?

Wow, ich sag Euch was! Heute Nacht war vielleicht was los! Um kurz nach 1 Uhr hat das Telefon geläutet und mich aus dem Schlaf gerissen. Dabei war ich gerade so schön im Traumland unterwegs! Ich bin furchtbar erschrocken. Als ich abgehoben und Gundulas Stimme gehört hab, dachte ich schon, es sei etwas Schreckliches passiert.

Dabei ist sie zuvor selber mit einem lauten „Guggadamondo!“ in der Kommandozentrale aufgeweckt worden. Würde mich ja wirklich interessieren, was sie in der Nacht dort schon wieder zu suchen gehabt hat!

Na, jedenfalls haben sich KriKras aus Australien bei uns gemeldet und vergessen, dass es bei ihnen zwar schon 8:30 in der Früh war, bei uns aber erst 1 Uhr nachts. Aber sie brauchten laut Gundula wirklich dringend unsere Hilfe. Darum hat mich Gundula auch angerufen. Auch Ricky und Raffy sind zu uns in den Leuchtkraftverstärker gekommen.

Das „Austria“ in der Überschrift ist übrigens der englische Ausdruck für Österreich, „Australia“ für Australien. Klingt sehr ähnlich, oder? Das führt auch immer wieder zu Verwirrungen bei anderen KriKras.

Dabei sind Österreich und Australien ganz verschieden:
Österreich liegt in der Mitte von Europa und hat keinen Zugang zum Meer. Australien ist selber ein Kontinent und von Meer umgeben.

Österreich liegt auf der Nordhalbkugel der Erde. Es ist nicht zu übersehen und zu überfühlen (das Wort verwendet Caro immer), dass bei uns gerade der Winter beginnt. Heute morgen hatte es nur -6 Grad! Australien liegt auf der anderen Seite der Welt auf der Südhalbkugel. Dort ist gerade Sommer. Der Weihnachtsmann hat dort kurze Hosen an, und man feiert am Strand!

Was die Australier wollten? Ein Mädchen hat sich von der Zahnfee „so ein Rohr fürs Schneemachen aus Europa“ gewünscht. Es wollte endlich auch einmal weiße Weihnachten feiern. Die arme Zahnfee hatte keine Ahnung, was das Mädchen damit meinen könnte. Die australischen KriKras auch nicht, deshalb haben sie einen Hilferuf speziell an Länder geschickt, in denen gerade Winter ist.

Warum Gundula mitten in der Nacht eine solche Bitte annimmt und uns aufweckt, wird sie noch erklären müssen. Ich bin sicher, andere Gruppen, die sowieso wach waren, hätten das auch tun können. Aber Gundula hatte den Australiern Hilfe zugesagt, darum begannen wir mit dem Nachdenken.

Zuerst haben wir an Schneekanonen zum Herstellen von Schnee für Schipisten gedacht. Aber das ist nun wirklich kein Wunsch an die Zahnfee! Dann hatte Ricky die Idee, das Mädchen könnte einen Regenmacher meinen. Das ist ein Instrument, das die australischen Ureinwohner, die Aborigines, verwenden, um Götter um Regen zu bitten. Wir glauben, das Mädchen meint, im Winter gäbe es statt Regen eben Schnee, vor allem, wenn der Regenmacher gerade direkt aus einem kalten Gebiet stammt. Eigentlich eine überwältigende Logik!

Unsere Antwort haben wir ungefähr um 3 Uhr unserer Zeit nach Australien gemailt. Dort war es dann 10:30 Uhr am Vormittag. Kurz darauf haben sich die Kollegen nochmals gemeldet. Ihre Befürchtung war, dass sich das Mädel zwar über den Regenmacher freuen wird , sie aber dann später umso enttäuschter sein könnte, wenn er nicht funktioniert. Wir haben dann hin und her überlegt, wie wir diese Enttäuschung vermeiden könnten. Die Zahnfee hat sich dann sogar am Überlegen beteiligt und schließlich ein paar Zeilen an das Mädchen geschrieben. Sie hat erklärt, wie Schnee wirklich entsteht. Genauere Erklärungen müssen dann die Eltern des Mädchens übernehmen. Die Zahnfee hat auch beschlossen, dem Mädchen einen

Bausatz für einen Regenmacher zu bringen: Ein langes dickes Kartonrohr; viele, viele Nägel, die spiralförmig in das Rohr gehämmert werden; 2 Holzstücke zum Verschließen des Rohrs; Tongranulat, das man ins Rohr einfüllt. Wir hoffen alle miteinander, dass dem Mädchen das Basteln und Verzieren Spaß gemacht hat.

Ich zeig Euch hier das Bild von Caros Regenmacher, den Helena vor einiger Zeit mit ihr gebastelt hat:

rolle

 

 

 

 

 

 

 

 

Ach ja, eine kleine Dose für den verlorenen Zahn hat die Zahnfee natürlich auch da gelassen. In diese kann das kleine Mädchen in Zukunft all die ausgefallenen Milchzähne legen. Denn da die Zahnfeen (und auch die anderen GeBos, die auf der ganzen Welt Zähne gegen Geschenke tauschen, zum Beispiel das Zahnmäuschen in Frankreich) so viel zu tun haben, kommen sie nur beim ersten ausgefallenen Zahn vorbei! Das versteht Ihr hoffentlich, oder?

Pfau, bin ich müde! Ich hau mich jetzt ein bisschen aufs Ohr.

Bis zum nächsten Mal, Eure Gwendolyn

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