V. Der 1. Kontakt

Wie versprochen: Die Action wird nicht weniger, meine lieben Freundinnen und Freunde.

Eigentlich haben wir gedacht, am Nachmittag nach der Computerlieferung würde alles eitel Wonne Sonnenschein sein. Leider war’s aber nicht so. Der Computer ließ sich nämlich zwar aufdrehen, aber Gundula und Ricky schafften es nicht, online zu gehen. Die Verbindung zwischen Computer und Internet funktionierte also nicht. Dementsprechend mies war die Stimmung in der Kommandozentrale. Die Diskussionen zwischen Gundula und Ricky sind immer lauter geworden. Da haben wir anderen KriKras beschlossen, uns um die Wohnhöhlen zu kümmern und die beiden Streithanseln alleine zu lassen. Nur Anton und die (R)Asselbande waren noch immer bei den Großeltern.

Zu den Wohnhöhlen: Ganz in der Nähe der neuen Kommandozentrale in Helenas Garten gibt es eine kleine Böschung. Die haben wir KriKras uns bei einem gemeinsamen Rundgang/Rundflug durch den Garten als Ort für unsere Wohnhöhlen ausgesucht. Dorthin sind wir also nun vor Gundula und Ricky geflüchtet.

Bei den Wohnhöhlen erwartete uns erneut eine Überraschung: Die Schlafgemächer waren fertig! Ich denke, da waren wieder ein paar super-liebe Hexen am Werk!

Jede einzelne Wohnung ist mit einer kleinen Türe verschlossen, auf der ein Namensschild befestigt ist. Die gesamte Böschung schaut aus wie ein kleines Hochhaus. Gironimo wird Euch das aufzeichnen, damit Ihr Euch das besser vorstellen könnt. Er hat allerdings gerade sehr viel zu tun. Habt also bitte etwas Geduld.

Auch innen haben die Hexen perfekt gezaubert. Alle Wohnungen sind auf die Bedürfnisse der Besitzerinnen und Besitzer abgestimmt. So darf Gundula in einem Hochbett schlafen, Ricky und Raffy werden sich in Zukunft auf bequemen Matratzen am Boden zusammenkuscheln.

Wir sind gleich in die Kommandozentrale zurück, um Ricky und Gundula von unserer

Entdeckung zu erzählen. In der Kommandozentrale gab es dann gleich die nächste tolle Überraschung.

Also erst einmal nicht. Schon von Weitem waren die offenbar immer noch andauernden Diskussionen zwischen Gundula und Ricky zu hören. Und beim Reinkommen in die Höhle war der Bildschirm des neuen Computers noch immer schwarz. Das hat die gute Laune von Anastasia, Leonie, Raffy, Gironimo und mir gleich wieder vertrieben. Alle haben die Köpfe hängen gelassen und waren ziemlich ratlos. Den Computer selber hat niemand beachtet.

Doch plötzlich war ein lautes „Guggadamondo!“ zu hören. Wir sind ziemlich erschrocken. Könnt Ihr erraten, wer da gerufen hat und was das Wort vielleicht bedeutet? Richtig, es ist eine neue Wortkreation von Leonie. Wir vermuten, es heißt so etwas wie „Schaut auf den Monitor!“. Denn der Grund für den Ausruf war, dass am Bildschirm Helenas Oma Gisela aufgetaucht ist – obwohl der Computer noch offline war! Da seht Ihr, welch mächtige Hexe Gisela doch ist. Alle haben sich gefreut, sie zu sehen.

Leonie hat noch einmal „Guggadamondo!“ gerufen, so aufgeregt war sie. Später sind wir – oder besser gesagt unser Bücherwurm Raffy – draufgekommen, dass „Mondo“ das italienische Wort für „Welt“ ist. „Guggadamondo“ könnte man also auch mit „Schaut in die Welt!“ übersetzen. Das Wort drückt demnach alles aus, was wir mit unserem Computer tun: Wir schauen auf den Monitor, um Neuigkeiten aus aller Welt zu erfahren. Geniale Aussagen von Leonie, oder?

Das Wort gefällt uns so gut, dass wir beschlossen haben, es als Signalton für Anrufe zu verwenden. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir allerdings noch keine Ahnung in welcher Form: gesungen, gesprochen oder anders?

Zurück zu Oma Gisela: Sie hat uns gebeten, den Computer selbst kurz in Ruhe zu lassen und das zu tun, was wir am besten können. Ihr wisst mittlerweile, was das ist: Nachdenken und Kinderaugen zum Leuchten bringen. Denn zu unserer Schande muss ich Euch gestehen, wir haben wegen des Umzugs vergessen, uns ein Geburtstagsgeschenk für Helenas kleine Schwester Caroline auszudenken. Ihre

Geburtstagsfeier war für vorgestern geplant – und einen Tag vorher gab es noch kein Geschenk. Die Hexen haben sich auf uns verlassen, aber wir haben’s vergessen. Das darf einfach nicht passieren. Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen, gell?

Sofort nach Giselas Besuch via Bildschirm haben wir die Köpfe zusammengesteckt und nachgedacht. Seit Caro eine Eislaufshow im Fernsehen gesehen hat, will sie eislaufen lernen. Gisela und Barbara haben schon vor einiger Zeit einen Kursplatz für sie ergattert. Allerdings haben sie uns gebeten, eine Lösung zu finden, wie sie Caro den Kursgutschein übergeben können. Denn Caro soll etwas bekommen, das zwar etwas mit dem Eislaufgutschein zu tun hat, mit dem sie aber auch selber spielen kann. Ein Zettel mit dem Wort „Gutschein“ drauf ist nichts für ein Vorschulkind.

Die Asseln sind während unserer Nachdenkphase zurück gekommen. Und Alina hatte gleich die rettende Idee: Eine Eislaufausrüstung für Caros Lieblingspuppe sollte es sein! Damit waren alle einverstanden, auch Gisela und Barbara, die wir gleich angerufen haben. Die Oberhexen haben uns noch zum Hexenfest am nächsten Tag eingeladen.

Wir haben dann beschlossen, den Computer für den Rest des Tages Computer sein zu lassen und uns die Wohnhöhlen genauer anzuschaun. Es war ja auch schon ziemlich spät.

Ich sag Euch was: Alle waren erwartungsgemäß begeistert! Und alle haben sich darauf gefreut, wieder eine ruhige, gemütliche Nacht im eigenen Zimmer verbringen zu können. Wir KriKras sind zwar wirklich eine eingeschworene Gemeinschaft, aber ab und zu tun ein bisschen Ruhe und Alleinsein gut, findet Ihr nicht?

Nach einem gemeinsamen Abendessen in der endlich fertig eingeräumten Kommandozentrale sind wir bald schlafen gegangen. Nur ein Banner mit unserem Leitspruch haben wir noch über dem Fenster befestigt.

Ich bilde mir jedoch ein, Gundula ist ein bisschen später noch einmal aus ihrer Höhle gehuscht. Na ja, die wird die Nacht vermutlich wieder vor dem Computer oder dem

Tablet verbracht haben, wie schon so oft. Ich red sie schon gar nicht mehr darauf an. Sie wird ja doch nur grantig bei dem Thema.

Vom rauschenden Hexenfest erzähl ich Euch im nächsten Blogeintrag. In der Zwischenzeit: Baba – und brav sein!
Eure Gwendolyn